Rüttler – unentbehrlicher Helfer auf der Baustelle

Rüttler - unentbehrlicher Helfer auf der Baustelle Sicherlich kennen Sie das Problem: Sie wollen ein paar Platten verlegen und der Untergrund ist nicht nur uneben, sondern der aufgeschüttete Sand müsste auch noch verdichtet werden. Ja, sicherlich geht dies auch mit dem manuell anzuwendenden Stampfer. Aber das ist fürchterlich anstrengend, wenn es sich um eine Fläche von mehreren Quadratmetern handelt. Was tun? Richtig, man geht zum Gartengeräteverleih und hofft, dass ein Rüttler frei ist. Aber wie es nun einmal so ist – wenn man einen Rüttler braucht, sind bereits alle verliehen. Da bleibt nur eines, um die Arbeit in diesem Sommer noch erledigen zu können – man kauft sich einen eigenen Rüttler.

Kurz erklärt

Fragen wir uns, worauf das Hauptaugenmerk bei einem Rüttlerkauf zu legen ist, so werden wir feststellen, dass es sich hierbei um den Verdichtungsdruck handelt. Dieser wird in Kilonewton gemessen. Es handelt sich um den Druck, den die Rüttlerplatte auf den Erdboden direkt unter ihr ausübt. Je höher der Wert in Kilonewton angegeben wird, desto größer ist der Druck auf das Erdreich. Es wird empfohlen, mit einem Druck von 10 – 15 kN zu arbeiten, wenn man auf seinem Privatgelände mit einem Rüttler arbeitet. Der Profi arbeitet mit einem Druck von 20 kN aufwärts. Fragt man sich, wovon der Verdichtungsdruck abhängig ist, so wird man erfahren, dass dieser direkt in Zusammenhang mit der Größe und dem Gewicht des Rüttlers zusammenhängt. Selbstverständlich ist auch die Motorenleistung relevant. Je größer der Verdichtungsdruck ist, desto schneller kann die betreffende Fläche verdichtet werden. Mit steigendem Verdichtungsdruck wird der Boden tiefer verdichtet.

Welcher Boden sollte mit welchem Druck verdichtet werden?

Diese Frage ist natürlich berechtigt, denn wir wissen ja, dass die unterschiedlichen Böden auch unterschiedliche Eigenschaften aufzeigen.
  • 10 – 19 kN: leichte Gartenarbeiten, zum Verdichten von Sand und Splitt
  • 20 – 34 kN: leichte Verdichtungen, Pflasterarbeiten aller Art
  • Ab 35 kN: mittlere Verdichtungen, Landschaftsbau, Gartenbau
Die Druckkraft wird durch den Motorblock generiert. Der Motor verfügt über diverse Welle mit Unwucht. Beim Starten des Motors wird die Arbeitsplatte angehoben und fallen gelassen, was den Druck erklärt. Auch wenn es unglaublich erscheint, geschieht dies mehr als 1.000 Mal pro Minute. Dies führt zu dem starken Druck, der sich auf die Bodenfläche verteilt. Durch die Unwucht der Welle kommt es zur Vorwärtsbewegung. Sie brauchen für die Vorwärtsbewegung nichts dazu tun. Sie müssen lediglich langsam hinter dem Gerät hergehen.

Die Breite der Arbeitsplatte

Die Platte wird auch Arbeitsplatte genannt, da sie ja die eigentliche Arbeit erledigt. Die herkömmlichen Rüttler verfügen über eine Arbeitsplatte mit einer Breite von 45 Zentimeter. Die kleinsten Arbeitsplatten haben eine Breite von 30 Zentimeter. Sicherlich gibt es auch Modelle mit größeren Arbeitsplatten. Diese sind generell empfehlenswert. Sie wissen ja: Je größer die Arbeitsplatte, desto schneller ist die Arbeit erledigt. Dennoch sind die Modelle mit knapp 30 Zentimeter Arbeitsplatte sehr beliebt. Der Grund dafür ist schnell gefunden. Die kleinen Rüttler kann man besser einlagern, da sie weniger Platz in Anspruch nehmen. Auch können sie aufgrund des geringeren Gewichts leichter transportiert werden. Mit zwei Personen sind sie leicht anzuheben. Sicherlich ist es richtig, dass man häufiger hin- und herfahren muss, um die gesamte Fläche zu bearbeiten. Dafür aber kann der Rüttler gut gehandhabt werden. Und das ist bei Hobby-Gärtnern und Heimwerkern ja auch immer ein wichtiger Aspekt. Als Kaufaspekt wird dann natürlich die Frage gestellt, was wichtiger ist, die schnelle Erledigung der Arbeit oder aber das gute Lagern und einfache Handling des Gerätes.

Vorwärts, aber bitte auch rückwärts

Für viele Nutzer ist die Reversierbarkeit, also das Fahren sowohl vorwärts als auch rückwärts, sehr wichtig. Denn auf diese Weise ist es nicht notwendig, das Gerät am Ende der Bahn wenden zu müssen. Gerade in engen Wegen ist dies ein wichtiges Element. Nicht alle Modelle sind mit der Reversierbarkeit ausgestattet. Wer die Technik übrigens gerne nutzen möchte, sollte sich darauf einstellen, dass der Anschaffungspreis entsprechend höher ist.

Das Anlegen von Wegen

Wie funktioniert das Verdichten des Sandes, des Bodens? Wasser- und Lufteinschlüsse im Boden werden durch den Druck der Rüttelplatte verdichtet, also entfernt. Die oberflächlichen Einschlüsse werden schnell entfernt und können bereits mit leichtem Druck erreicht werden. Je tiefer sie jedoch sitzen, desto mehr Druck muss aufgewandt werden. Für gewöhnlich werden die Hersteller in Bezug auf die maximale Verdichtungstiefe angeben, sodass jeder genau weiß, wie tief er seinen Weg, seine Auffahrt verdichten kann, wenn er diese neu anlegen möchte.
  • Kleine Verdichter: Die kleinen Modelle erreichen eine maximale Tiefe von 20 bis 25 Zentimeter. Diese Tiefe ist für Gehwege im Garten sowie Auffahrten und Parkplätze oder Unterstände wie ein Carport absolut ausreichend.
  • Große Verdichter: Die großen Modelle schaffen bis zu 50 Zentimeter. Diese Tiefe wird etwa benötigt, wenn ein Gartenhaus, ein Pavillon oder eine befestigte Terrasse mit _Fundament angelegt werden soll. Dies gilt selbstverständlich auch für Hausbauten und der Anlage des benötigten Fundaments. So ist in den Händen der Profis stets ein großer Rüttler zu finden.


Eine Gummimatte?

Viele Hersteller liefern mit dem Gerät auch eine Gummiplatte in Größe der Arbeitsplatte. Da stellt man sich natürlich zurecht die Frage, wofür die gut sein soll. Die Antwort ist aber schnell gefunden: Wird die Gummiplatte über die Arbeitsplatte gezogen, ist es möglich, Pflastersteine zu setzen und diese mit Hilfe der Arbeitsplatte fest zu rütteln. Die Gummiplatte ist der Schutz der Pflastersteine, damit diese durch den enormen Druck nicht kaputt gehen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Pflastersteine komplett sauber sind und sich keine Steine darauf befinden. Anderenfalls kann es zu rissen in der Pflasteroberfläche kommen.

Alternativen zum Rüttler

Neben dem Rüttler kann auch mittels dem Bodenstampfer oder der Bodenwalze verdichtet werden. Der Bodenstampfer ist nur für Kleinstfläche sinnvoll, da seine Anwendung mit viel Kraftaufwand betrieben werden muss. Die Bodenwalze ist zwar einfacher zu betätigen, aber auch eher für kleine Fläche zu empfehlen. Denn auch sie wird bei größeren Flächen recht schnell schwer, wodurch der Kraftaufwand viel zu groß erscheint.

...übrigens

GRUNDSÄTZLICH ist der Rüttler mit einem Gehörschutz zu verwenden. Denn sowohl Benzin- als auch Dieselmotor sind sehr laut. Allerdings sind auch die ersten Modelle mit Elektromotor auf dem Markt. Da stellt sich aber natürlich wieder einmal die Frage, wie diese Batterien entsorgt werden wollen. Aber diese Frage wird ein anderes Mal beantwortet.